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Gustels Zierfischforum
Aquarien - Fische : Pflanzen : Pflege
Aquarien

BesatzformelnGustels Zierfischforum - Besatzformeln Alle Beiträge in dem Thread Druckansicht
In diesem Thread befinden sich 3 Posts.
Offline Otto Besatzformeln
18.09.2006, 18:06:28

2 Posts
Anfänger

Hallo
Ich habe eine eigene Formel entwickelt, mit der man den Maximalbesatz eines Aquariums für verschiedene Fische ermitteln kann.
Ist für das Forum aber zu kompliziert.
Wenn jemand interessiert ist, kann ich sie ihm zuschicken.
Man kann das Ganze nach der Word-Anleitung von Hand rechnen oder in die excel-Datei eingeben.
Interesse ?
Otto (AKLF)

Profil von Otto
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Offline Admin Besatzformeln
18.09.2006, 18:46:50

24 Posts
Member

Administrator

Hi Otto, Du kannst es mir schicken. Ich baue es dann hier ein, natürlich nur wenn du willst.


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Profil von Admin
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Offline Admin Besatzformeln
03.10.2006, 17:34:37

24 Posts
Member

Administrator

Besatzformeln:

In Aquarienbüchern liest man als Regel für die Besatzdichte immer wieder die alte Faustformel; 0,5 bis 1cm Fisch auf 1 Liter Aquarienwasser. Dass diese Formel nur in sehr engen Grenzen zutrifft, zeigt sich, wenn man das ganze einmal für einen Fisch mit 100cm Länge berechnet; ein 200l-Aquarium ist selbst nur 100cm lang, ein 100l-Becken sogar nur 80cm.
Bei Fischen bis 7cm ist die Formel anwendbar, bei größeren Tieren führt sie zum Überbesetzen des Beckens.
Auf den ersten Blick scheint die holländische Regel besser zu funktionieren, proLiter Wasser 0,5g Fisch einzusetzen. Die Problematik ist hier natürlich, dass wir das Gewicht unserer Fische schlecht einschätzen können. Hier hilft eine Rechnung aus der Teichwirtschaft, die sogenannte Fulton-Formel:

K x L[sup]3[/sup] : 100 = G

L: Länge des Fische in cm
G: Gewicht des Fisches in Gramm
K: Korpulenzfaktor
Der Korpulenzfaktor ist abhängig von der Art des Fisches und von seinem Ernährungszustand, für ausgewachsene Karpfen ungefähr 2 bis 2,5; für Forellen etwa 1 bis 1,2; für Hecht etwa 0,8.
Für Aquarienfische ist dieser Faktor, soweit ich weiß, noch nicht bestimmt worden, man kann jedoch für Fische mit ähnlichem Körperbau die Faktoren übernehmen oder annähern, z.B. für Neonsalmler ca.1, oder für Cichlasoma-Arten ca.2 bis 2,5.
Aus der Kombination ergibt sich dann die Formel (Holland-Fulton):

2 x K x L[sup]3[/sup] : 100 = V

V: Benötigtes Wasservolumen in Liter pro Fisch
Ein Neonsalmler mit 4cm wiegt demnach 1 x 4[sup]3[/sup] : 100 = 0,64 Gramm und benötigt nach Holland-Fulton somit ca.1,3 Liter Wasser.
(zum Vergleich: alte Faustformel 4 bis 8 Liter).
Ein Cichlasoma mit 15cm wiegt nach Fulton etwa 2,2 x 15[sup]3[/sup] : 100 = 74,2 Gramm und benötigt dann ca. 150 Liter Wasser
(nach der alten Faustformel 15 bis 30 Liter).
Ein erfahrener Aquarianer sieht; dass die alte Faustformel für grosse Fische zu wenig Wasser fordert, die Holland-Fulton-Formel dagen zu viel. Für kleine Fische dagegen gibt die Holland-Fulton-Formel viel zu wenig Wasser an.
Dieser Eindruck hat sich bestätigt, nachdem ich verschiedene Aquarien, deren Besatzdichte ich aus Erfahrung einschätzen konnte, nach beiden Formel überprüft habe.
Da in der ersten Formel die Länge einfach vorkommt, in der zweiten aber als dritte Potenz, lag es nahe, zu versuchen, ob eine Formel, bei der die Länge im Quadrat eingefügt wird, nicht eine brauchbare Näherungsformel ergibt.
Nach einigem Tüfteln habe ich folgende Formel aufgestellt, die „Quadrat-Formel“ oder einfach Ottoformel:

KA x L[sup]2[/sup] :10 = V
oder umgestellt
V = KA x L[sup]2[/sup] :10

KA: Korpulenz-Agilitätsfaktor
L: Länge des einzelnen Fisches in cm (ausgewachsen!)
V: Benötigtes Wasservolumen in Liter pro Fisch
Der Korpulenz-Agilitätsfaktor KA wurde als eine Konstante gewählt, die sowohl Form als auch das Verhalten (Fressverhalten, Bewegung, Agressivität) des Fisches berücksichtigen soll. Er ist nicht, wie bei Fulton, eine physikalische Größe, sondern ein durch Erfahrung abgeschätzter und gerundeter Vergleichswert. Zum Beispiel rechne ich für den schlanken aber sehr temperamentvollen Zebrabärbling mit demselben Wert (2,5) wie für den hochrückigen aber ruhigen Trauermantelsalmler.
Ich gehe von folgenden Werten aus:

- Dornaugen und Aalähnliche KA= 1
- Loricariden und Flossensauger KA = 1,5
- Schmerlen, Rüsselbarben, ruhige schlanke Salmler KA = 2
- Salmler, Barben, Lebendgebärende, Labyrinther, KA = 2,5
- Schlanke ruhige Cichliden (Julidochromis), Belontia signata, Betta. KA = 3
- Diskus, ruhige Cichliden, Skalare KA = 3,5
- aggessive und stark wühlende Cichliden (Cichlasoma) KA = 4

Wenn wir die Quadrat-Formel jetzt auf die Fische anwenden, für die wir die beiden ersten Formeln untersucht haben, ergibt sich, als Maximalbesatz.
Für den Neonsalmler (4cm): 2,5 x 4[sup]2[/sup] : 10 = 4 Liter
Für einen ruhigen Cichlasoma: (15cm): 3,5 x 15[sup]2[/sup] : 10 = 78 Liter
Für einen aggressiven Cichlasoma: (15cm): 4 x 15[sup]2[/sup] : 10 = 90 Liter
Wie man sieht, erhält man ganz vernünftige Werte.

Außerdem ist für ein auf Dauer eingerichtetes Becken (nicht für reine Zuchtbecken) das Längenverhältnis Fisch zu Becken zu berücksichtigen, damit der Fisch sich auch aertgerecht bewegen kann. Hier gehe ich von folgenden Werten aus:
- L-Welse: Beckenlänge (BL=) min. 6x Fischlänge (FL)
- andere Fische (Cichliden, Lebdendgebärende, Labyrinther): BL = min. 8x FL
- ruhige Schwarmfische (Trauermantelsalmler, Roter von Rio): BL = min. 10x FL
- aktive Schwarmfische (Neon, Zebrabärbling) BL = min. 12 x FL

Für unseren Cichlasoma mit 15cm Länge heißt das, daß das Becken mindestens 8x15=120cm lang sein soll.

Natürlich ist es besser, nicht an die oberste Besatzgrenze zu gehen, sondern nur auf 60 bis 80% des Maximums.

Jede Besatzformel kann aber immer nur einen Näherungswert angeben, und auch nur dann, wenn alle anderen Faktoren in Ordnung sind und alle Wasserzonen gleichmäßig besiedelt werden. Aber vielleicht kann so eine Formel Anfängern helfen, einen vernünftigen Fischbesatz zusammenzustellen
Erfahrene Aquarianer sollten eigentlich den Besatz ihres Aquariums abschätzen können, ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass auch diese ein (mit größeren Fischen) überbesetztes Aquarium mit Hilfe der alten Faustformel rechtfertigen.
Die Ottoformel wirkt zwar auf den ersten Blick etwas kompliziert, aber mit etwas Übung und einem Taschenrechner, oder mit der Excel-Tabelle ist ein Aquarium in wenigen Minuten durchgerechnet.

Anlage Beispieltabellen:
(Die blauen Eintragungen kann man ändern, die roten Zellen enthalten Formeln, dort bitte nichts eintragen)


Das ist ein Original von Otto!


Unter diesem Link könnt ihr Euch Ottos Formel ansehen und probieren:
» Besatzformel - Formular



Editiert von Admin am 07.10.2006, 13:04


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